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Eine der letzten „Trostfrauen“ in Berlin

Eine der letzten „Trostfrauen“ in Berlin

Deutschland
Menschen

Pressemitteilung (Korea Verband)

Eine der letzten „Trostfrauen“ in Berlin

„Mich an diese Zeit zu erinnern ist so schmerzvoll wie der Tod. Trotz allem werde ich laut und deutlich sprechen. Von allem, was damals passiert ist...” (KIM Bok-Dong)

Die 89-jährige KIM Bok-Dong, eine der wenigen Überlebenden der 200.000 sogenannten „Trostfrauen“ ist zurzeit auf Europareise und wird neben Stationen in Oslo, Genf und London vom 22.-24.09. in Berlin ein Zeugnis über ihre Geschichte während des Asien-Pazifik-Krieges (1937-1945) ablegen. KIM Bok-Dong war 14 Jahre alt, als sie durch das japanische Militär aus Korea über Guangdong (China), Hong Kong, Sumatra, Malaysia bis nach Singapur verschleppt und über mehrere Jahre zur sexuellen Sklaverei gezwungen wurde. Die „Trostfrauen“ wurden in vom Militär betriebenen „Trost“-Bordellen vergewaltigt, geschlagen, gefoltert und viele von Ihnen getötet. Ein Teil von ihnen wurde mit medizinischen Eingriffen unfruchtbar gemacht, was nicht nur schwere psychische Folgen, sondern auch für ihr späteres Leben erhebliche materielle und gesellschaftliche Nachteile nach sich zog. Nach Beendigung des Krieges ließ die japanische Armee die Frauen völlig mittellos in der Fremde zurück. Nur wenigen gelang es, in ihre Heimat zurückzukehren und einige leben noch immer in den früheren Kriegsregionen.

Auch heute - 70 Jahre nach Kriegsende – kämpft KIM Bok-Dong immer noch für die Anerkennung des Kriegsverbrechens durch die japanische Regierung. Japans derzeitiger Premierminister Shinzo Abe behauptet weiterhin, dass für die Deportation der Frauen nicht das Militär verantwortlich gewesen sei, sondern private Schlepper. Am 22.09. wird sie deshalb ihren Zeugen-bericht in Berlin vortragen und ihr Recht auf Anerkennung dieses Kriegsverbrechen einfordern.

Im Anschluss werden Akteure aus Korea, Japan und Deutschland über gegenwärtige Aufarbeitungsprozesse berichten. Unter anderem wird Prof. HAYASHI Hirofumiseine Befunde darlegen. Ohne seine Forschung wäre die umfangreiche Deportation der „Trostfrauen“ durch das japanische Militär nicht bewiesen worden. Gemeinsam wird darüber diskutiert, warum eine Anerkennung für die Opfer heute wichtig ist und welche Strategien gegen Japans Leugnung umgesetzt werden können.

Das Leiden der "Trostfrauen" - Japans Verantwortung.

Wege zur Gerechtigkeit für die Opfer sexueller Sklaverei im Zweiten Weltkrieg

Zeit: Am Dienstag, den 22. September 2015, 18 Uhr

Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin

Eintritt: frei

Voranmeldung wegen begrenzter Anzahl der Plätze bitte per Mail an: mail@koreaverband.de

Programm:

(kor./jp./dt. simultan gedolmetscht)

18:00 Uhr Einführung Dr. Regina Mühlhäuser (Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur)

Zeugenbericht KIM Bok-Dong:

„Trotz allem werde ich laut und deutlich sprechen.“

18:45 Uhr Podiumsdiskussion mit:

YOUN Mee-Hyang (Korean Council for the Women Drafted for Military Sexual Slavery by Japan)

Prof. HAYASHI Hirofumi (Historiker, Kanto Gakuin University, Yokohama)

Uta Gerlant (Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft)

Gaby Zipfel (Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur)

19:20 Diskussion mit dem Publikum

Eine Veranstaltung des Korea-Verbands e.V.

in Kooperation mit dem Deutsch-Japanischen Friedensforum Berlin e.V., Koreastiftung und Werkstatt der Kulturen

Demonstration „Solidarität mit ‚Trostfrauen’!“

Mittwoch, 23.09.2015

14 Uhr Treffpunkt Japanische Botschaft, Petitionsübergabe

Hiroshimastraße 6, 10785 Berlin

16 Uhr Kundgebung, Performance mit Musik am Breitscheidplatz, 10789 Berlin

17 Uhr Andacht in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Korea-Verband e.V.

Rostocker Str. 33, 10553 Berlin

Tel: +49(0) 30 39 80 59 84

Website: www.koreaverband.de

Ansprechpartnerin: Frau Jinhyang Kim-Moeck (0157 566 18018)